Was kostet Sterben?

Sterben ist teuer. Man verdrängt den Gedanken an den Tod, doch die Konfrontation zahlt sich aus. Wer seine Beerdigung zu Lebzeiten plant, spart Angehörigen Kosten und Stress. 

Ich kenne Menschen in verschiedenen Lebensphasen, die sagen „Ich möchte verbrannt werden.“ oder „Wenn ich sterbe, will ich, dass meine Asche ins Meer gestreut wird.“ Wirklich vorbereiten tut sich jedoch niemand. Dabei ist die Auswahl rund um Bestattungen so riesig, dass manche Angehörige leicht mit verschiedenen Angeboten der Bestatter – und den Bestattungskosten – überfordert sind.

Der Guardian berichtete jüngst, dass Bestattungskosten in Großbritannien um 80 % gestiegen seien. Eine großer Teil der Bevölkerung sei verarmt und könne sich eine Beerdigung gar nicht leisten. In Asien hingegen werde, laut der LA Times, immer mehr für Beerdigungen ausgegeben. Ein Mann habe USD 770,000.00 für die Bestattung seiner Mutter bezahlt.

Da ist es ratsam sich selbst zu Lebzeiten eine Übersicht zu verschaffen und so auch seine Liebsten zu entlasten.

Immer mehr Betriebe drängen auf den Trauermarkt und überhäufen Bestatter mit ihren Produkten und Dienstleistungen. Diese Betriebe spekulieren darauf ihren Vertrieb über die Branche abwickeln zu können. Als Trauernder hat man jedoch keinen Kopf alle Möglichkeiten durchzusprechen, weshalb Bestatter schon kleine Kataloge mit den Möglichkeiten zusammen stellen. Das fängt beim Sarg an und hört bei der Trauernadel oder Erinnerungsdiamanten aus Asche auf.

Der Bestatter

Einige Anbieter werben im Internet mit einer anonymen Bestattung in Berlin ab knapp EUR 650.00. In manch anderen Orten steigt dieser Preis jedoch rapide auf über EUR 1,000.00.

Bestattungsvergleich.de bietet hier umfassende Informationen und Preisvergleiche einiger Bestatter. So kann man in Hamburg eine „Basis-Bestattung“ mit Einäscherung für EUR 772.00 organisieren – wobei hier nur die Überführung, die Grundversorgung (Sterbeurkunde, etc), ein Verbrennungssarg,  die Kosten für das Krematorium, die in Deutschland geforderte Aschekapsel und die persönliche Betreuung durch den Bestatter inkludiert sind. Die Liste ist jedoch keinesfalls vollständig.

Da gibt es beispielsweise Schmuckurnen, Trauerredner und Blumen, um die man sich kümmern muss. Nicht zu vergessen: die Friedhofsgebühren und das Grabmahl.

Die Urne

Der Preis einer Urne kann wieder sehr unterschiedlich sein, denn auch hier gibt es unterschiedliche Modelle und Materialien. Laut bestattungsplan.de kostet eine Urne EUR 25.00 aufwärts, wobei man bei Holzurnen mit mindestens EUR 60.00 rechnen muss und bei Keramikurnen mit EUR 100.00 aufwärts.

Trauerredner

Hinzukommt ein Trauerredner, wenn man keine kirchliche Beerdigung wünscht. Gedanke wie „Das macht er ja ständig, da muss er sich nicht drauf vorbereiten – kann also nicht viel kosten.“ sind hier jedoch falsch am Platz. Ein guter Trauerredner bereitet sich auf die Rede vor – es geht hier schließlich um einen geliebten Menschen. Deshalb entstehen hier ebenfalls Kosten von bis zu EUR 400.00.

Somit sind wir nun insgesamt bei Bestattungskosten von etwa EUR 1,200.00 – wenn wir nur die günstigsten Optionen wählen. 

Blumen

Einfach nur die Urne bei der Trauerfeier aufzubahren ist doch etwas unschön, oder? Qualitativ gute und haltbare Blumen sind teuer. Ein Trauergesteck wird von Hand gefertigt und kann auch mehrere Stunden Arbeit in Anspruch nehmen. Oft betrachten sich Floristen, nicht zu Unrecht, auch als Künstler. Deshalb kann es auch hier, laut todesfall-checkliste.de zu Preisen zwischen EUR 80.00 und EUR 300.00 kommen.

Grabmahl

Ein weiterer Kostenfaktor: Das Grabmahl! Die Preise beginnen bei etwa EUR 500.00. Auch hier gilt: Je aufwändiger das Grabmahl, desto höher der Preis. Denn der Steinmetz übt ebenfalls ein Handwerk aus. Es gehen viele Stunden ins Land, bis ein Grabstein gefertigt ist und aufgestellt werden kann.

Friedhofsgebühren

Die konstanten Kosten darf man nicht unterschätzen. In Deutschland besteht Friedhofszwang – das heißt eine Beerdigung außerhalb eines Friedhofgeländes ist in Deutschland nicht gestattet (Ausnahme sind Seebestattungen). Die Kosten einer provisorischen Grabanlage für die Tage nach der Beisetzung fangen bei EUR 60.00 an, können aber bis zu EUR 400.00 teuer werden. Hinzu kommt eine Gebühr für die Dauergrabpflege durch die Friedhofsgärtnerei, welche für 30 Jahre mindestens EUR 2,410.00 kostet. Im Durchschnitt liegt diese jedoch – laut der todesfall-checkliste.de – bei über EUR 11.000,00.

Zusammenfassung

Wenn wir also vom Billigsten des Billigen ausgehen, liegen die Bestattungskosten inklusive Basis-Bestattung, Urne, Grabmahl, Trauerfeier und Grabpflege bei mindestens EUR 4,500.00. Wir wissen jedoch auch, dass billig nicht immer gut ist.

Und wer muss im Normalfall zahlen?

Rechtlich gesehen, müssen die Erben die Bestattungskosten übernehmen. Deshalb lohnt es sich vorzusorgen und seinen Liebsten schon im Vorfeld unter die Arme zu greifen. Viele Versicherungen bieten Vorsorgepläne an und auch ein Bestatter kann hier gut Informieren.